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Fachbegriffe für Franchisegründer Teil 1

Fachbegriffe für Franchisegründer Teil 1

Bei dem Gedanken an eine Existenzgründung mit einem Franchisesystem sollten Sie in Ihre Üerlegungen unbedingt einbeziehen, dass Sie sich Zeit nehmen müssen, die Begrifflichkeiten der Branche kennenzulernen. Nur dann wird es Ihnen gelingen, das Große Ganze rund um das Thema Franchising zu verstehen und Sie haben eher weniger, auch unangenehme, Überraschungen zu erwarten, wenn Sie mit den Fachbegriffen und ihren Bedeutungen vertraut sind.

Das große Franchise-Glossar: Alle Fachworte für Ihre Franchise-Gründung Teil 1

Franchisenehmer begegnen auf dem Weg zu Ihrer Existenzgründung vielen Begrifflichkeiten wie Bezugsbindung oder Master-Franchise, Worte die zwar immer mal wieder auftauchen, jedoch nicht jedem geläufig sind. Was bedeuten die Begriffe und wie errechnen sich die einzelnen Gebühren im Franchising? Franchise relevante Begriffe und solche, die im Franchise-Vertrag auftauchen, erklären wir einfach und verständlich für jedermann in unserem Franchise-Glossar. Damit auch Sie schnell aus dem Franchise-Dschungel ausbrechen können und sich in der Franchising-Welt zurechtfinden!

Beginnen wir mit einer kurzen Definition für die Hauptworte Franchising, Franchisenehmer und Franchisegeber. Franchise bezeichnet ein System, welches ein Franchisegeber entwickelt hat, dessen Lizenz er zur Nutzung des Geschäftskonzeptes gegen eine einmalige Eintrittsgebühr und einer umsatzabhängigen regelmäßigen Franchisegebühr an einen selbstständigen Unternehmer, dem Franchisenehmer, vergibt. Franchisenehmer und Franchisegeber kooperieren mit dem Ziel der Verkaufsförderung auf Grundlage eines Vertrags unter der Marke des Unternehmers (Markenrechtsinhaber) miteinander. Wir finden mit Ihnen heraus, welches Pizza Franchise Unternehmen für Sie am besten geeignet ist!

Absatzförderungspflicht

Die Bezeichnung Absatzförderungspflicht stammt aus dem Handelsvertreterrecht und benennt, dass der Franchisenehmer dem Franchisegeber gegenüber verpflichtet ist, den Absatz von Waren und Dienstleistungen nach Kräften zu fördern. Auch wenn dieser Punkt nicht explizit im Vertrag erwähnt wird, gehört er zu den immanenten Pflichten. Da der Franchisenehmer beim Absatz von Waren oder Dienstleistungen weisungsgebunden ist, wird auch häufig von Anweisungsvertrieb gesprochen.

Absatzsystem

In der Regel arbeiten Franchise-Systeme mit einem Absatzsystem (vertikal-kooperativ), welcher dezentral (nicht nur von einer Stelle aus, sondern von verschiedenen Stellen aus,) organisierte Vertriebsstellen hat. Franchisenehmer steuern jeweils den Vertrieb an ihrem Standort, da sie die Nachfrage in ihrem Gebiet am besten einschätzen können. Die Regelungen des Absatzsystems sind ein wesentlicher Faktor für die systematische Potentialausschöpfung und den Erfolg des Franchise-Systems.

Abteilungs-Franchising

Beim Abteilungs-Franchise verfügt der Franchisenehmer über ein spezielles Franchise-Konzept mit einen unabhängigen Betrieb, in welchem er sein Leistungs- oder Angebotsspektrum eigenständig ergänzen bzw. erweitern darf. Sein Betrieb bildet eine eigene Abteilung und stellt lediglich eine Ergänzung zu einem bereits bestehenden Unternehmen dar. Daher wird im Zusammenhang von Abteilungs-Franchising oft auch von Mini-Franchise gesprochen. Abteilungs-Franchising ist nicht so gängig wie andere Franchise-Arten. Shop-in-Shop Konzepte können ein Beispiel für Abteilungs-Franchising sein. Beim Betriebs-Franchise hingegen wird ein komplettes Unternehmen inklusive der umfassenden Übernahme des Konzepts vom Franchisenehmer geführt.

Auskunfts- und Aufklärungspflichten

Im Vertrag finden sich Aufklärungspflichten, die in erster Linie den Franchisegeber betreffen. Dennoch kann auch für den Franchisenehmer eine Aufklärungspflicht vorliegen. Während einer Entschlussfassung des Franchisenehmers für ein bestimmtes Franchise-System, hat der Franchisegeber dem Franchisenehmer mit korrekten, vollständigen und unmissverständlichen Informationen zu dienen. Der Franchisenehmer ist ebenfalls dazu verpflichtet, bestimmte Auskünfte zu erteilen, wenn die Franchisegebühren umsatzabhängig zu entrichten sind. Verletzungen der vorvertraglichen Aufklärungspflichten wegen arglistiger Täuschung kann Ansprüche auf Schadenersatz beider Partner nach sich ziehen.

Basisschulung (für Franchisenehmer)

Die Basisschulung im Franchising ist eine Schulung für den Franchisenehmer und vermittelt die Vorgaben des Franchisegebers in Form von theoretischem Fachwissen und praxisorientierten Inhalten. Basisschulungen sind verpflichtend für jeden Franchise-Partner, denn das Know-how des Franchisegebers wird während der Basisschulung transferiert. Das Franchise-Handbuch liefert einen elementaren Leitfaden für die Basisschulung. Während einer solchen Basisschulung werden Themen wie Betriebsorganisation und eine technische Einarbeitung des Franchisenehmers gelehrt. An den Inhalten solcher Schulungen angelehnt, baut der Franchisenehmer später sein Franchise-Business auf und betreibt seinen Standort. Werden die Inhalte aus dem Franchise-Handbuch vom Franchisenehmer korrekt angewendet und umgesetzt, dient die Anleitung zum direkten Erfolg des Franchise-Partners.

Benchmarking

Benchmarking leitet sich aus dem englischen Wort “benchmark” ab und bedeutet soviel wie Maßstab. Benchmarking im Franchising dient zur Betriebs- und Wettbewerbsanalyse eines Franchise-Systems, in der der Wert des besten Franchise-Partners als Messlatte (benchmark) gilt. Im Vergleich zum Controlling konzentriert sich Benchmarking nicht auf Stärken und Schwächen im Betrieb, sondern fokussiert vielmehr den Vergleich von Franchise-Partnern untereinander. Benchmark-Instrumente vergleichen und analysieren die Unternehmenskennzahlen einzelner Franchise-Partner aus möglichst vielen Bereichen wie Gewinn- und Verlustrechnung sowie Umsatz. Weitere Bereiche bilden die Bedienzeiten pro Kunde oder die jeweiligen Erfolge von Marketingaktionen. Benchmarking hat das Ziel schwächeren Betrieben Mechanismen und Lösungsansätze der erfolgreichsten Franchise-Partner näherzubringen und den Geschäftsweg für Kurskorrekturen zu ebnen.

Bezugsbindung

Als Bezugsbindung wird die vertraglich festgelegte Verpflichtung des Franchisenehmers bezeichnet, Waren oder Dienstleistungen ausschließlich vom Franchisegeber oder von dessen gelisteten Lieferanten (Systemlieferanten) zu beziehen. Aus dieser Verpflichtung heraus ergeben sich für den Franchisegeber seinerseits Anforderungen an eine Lieferbereitschaft und –fähigkeit. Der Franchisegeber verpflichtet sich damit zur Einrichtung und Aufrechterhaltung eines Bestell- und Lieferwesens. Durch eine Bezugsbindung kann ein Franchisegeber sicherstellen, dass ein einheitlicher Marktauftritt inklusive gleichbleibender Qualitätsstandards bei jedem Franchisenehmer gegeben ist.

Bürgschaftsbanken

Kreditinstitute, die Bürgschaften vergeben, nennen sich Bürgschaftsbanken. Unternehmen, welche über ein geringes Eigenkapital verfügen, werden Kredite mit Bürgschaften gewährt. Bürgschaften dienen Geschäftsbanken als Personalsicherheit bei einem schuldrechtlichen Anspruch gegen den Bürgen. Auf diese Weise unterstützen Bürgschaftsbanken auch Franchisegründer. Beteiligt an solchen Bürgschaftsbanken sind u. A. Handwerkskammern, Wirtschaftsverbände, Innungen sowie Banken und Versicherungen.

Dienstleistungsfranchising

Beim Dienstleistungsfranchising handelt es sich um die Durchführung von Dienstleistungen seitens des Franchisenehmers entsprechend der Vermittlung des Know-hows des Franchisegebers. Produktfranchising und Vertriebsfranchising sind Bezeichnungen, die in dem Zusammenhang ebenfalls häufig auftauchen.

Natürlich stellen wir Ihnen nicht nur die Fachbegriffe zum Thema Franchising vor, auf Pizzamarkt finden Sie ebenfalls detaillierte Informationen zu den beliebtesten und größten Unternehmen, die Pizza Franchise im speziellen anbieten. Die Systemgastronomie bietet viele Vorteile, stellt aber auch harte Anforderungen. Informieren Sie sich ausgiebig über Ihre Möglichkeiten und die Konditionen der einzelnen Franchisegeber.

 

Die Grundlage für unser Franchise Glossar ist unsere mehrteilige Artikelserie zum Thema Pizza Franchise. Lesen Sie alles zum Thema in folgenden Artikeln:

1. Pizza Franchise - fit für die Gründung

2. Pizza Franchise im Vergleich Teil 1

3. Pizza Franchise im Vergleich Teil 2

Bildquelle: fotolia 106625545, Urheber Maksim Kabakou

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