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Ohne ihn geht’s nicht: der Pizzakarton

Ohne ihn geht’s nicht: der Pizzakarton

Der Pizzakarton bietet nicht nur die Möglichkeit, seine Außenfläche als vieltausendfach verteilte Werbefläche und individuell bedruckte Pizzaschachtel zu nutzen, sondern er hat in erster Linie eine praktische und unentbehrliche Aufgabe: In der Faltschachtel aus Kartonage soll die heiße Pizza möglichst schnell vom Pizza Lieferservice oder bei Selbstabholung vom Kunden selbst aus der Pizzeria an den Ort des Verzehrs transportiert werden.

Pizzalieferung ohne Pizzakarton - undenkbar!

Aus diesem Grund muss der verwendete Pizzakarton eine hohe mechanische Festigkeit und Robustheit aufweisen, er muss stapelbar sein, darüber hinaus thermodynamische Eigenschaften besitzen, gleichzeitig feuchtigkeitsregulierend sein und last but not least: Die Pizzaschachtel muss für Nahrungsmittel geeignet und als solche unbedenklich sein. Wie in unserem Artikel „Pizzakarton – Massenware oder mit meinem Motiv?“ bereits beschrieben, kann der Pizzakarton auch als hervorragender Platz für eigene oder bezahlte Werbung dienen und erfüllt somit eine Vielzahl von Aufgaben und Zwecken. Der Pizzakarton an sich unterscheidet sich grundlegend von der Packung für Tiefkühlpizzen. Dieser enthält die tiefgekühlte Pizza, die in Folie verschweißt ist, und ähnelt dabei anderen Verpackungen für andere Tiefkühlprodukte.

Wie kam ́s? Kleine Kulturgeschichte der Pizzaschachtel

Transport- und Auslieferungsbehältnisse für frische Pizzen gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert, als Pizzabäcker in Neapel ihre Pizza-Erzeugnisse in mehrstufige Container packten und zusammen mit dem Pizzaverkäufer auf die Straße schickten. Diese besonderen runden Behälter waren belüftet und aus Kupfer oder Zink hergestellt. Die ersten Einwegverpackungen kamen dann nach dem zweiten Weltkrieg in den USA auf. In dieser Zeit wurde die Pizza gerade dort immer beliebter, so dass in den Vereinigten Staaten die ersten Lieferdienste entstanden. Anfangs versuchte man, die heißen Pizzen in einfachen, herkömmlichen Pappschachteln – ähnlich Konditorei- oder Kuchenboxen – zu transportieren. Bei der Auslieferung wurden diese dann allerdings häufig feucht, begannen zu tropfen, verbogen sich oder brachen sogar ganz durch. Wieder andere Pizzabäcker versuchten das Problem zu lösen, indem sie die Pizza, auf eine Platte platziert und beides in einer Papiertüte verstaut, transportierten. Dies funktionierte schon etwas besser und ohne größere Schäden. Allerdings war es auch in dieser Verpackung nicht möglich, mehr als eine Pizza zu transportieren, da die oben liegende Pizza die darunter liegende beschädigte…

Das erste Patent für den Pizzakarton kam 1963

Tatsächlich wurde das Patent für den ersten „richtigen“ Pizzakarton aus Wellpappe im Jahr 1963 angemeldet. Er ist auch die Grundlage der heutigen Pizzaverpackung und weist bereits die wichtigsten Merkmale heutiger Pizzakartons auf: flache (plane) Rohlinge, ohne Klebstoff zusammenfaltbar, stapelbar und mit Belüftungsschlitzen. Diese Kombination aus Belüftungsschlitzen zusammen mit einem Material, das Wasserdampf aufnehmen kann (durch Adsorptionsmittel), ermöglichte es, den entstehenden Feuchtigkeitsstau bei frischen Pizzen im Vergleich zu herkömmlichen Transportverpackungen zu verringern. Man nimmt an, dass Domino’s Pizza der eigentliche Erfinder und Begründer des heute gebräuchlichen Pizzakartons war, ohne allerdings dafür ein Patent angemeldet zu haben.

Bis 1988 verwendete die bekannte Pizzakette diese Variante des Pizzakartons: Zwischen den durch die Faltung entstehenden Ecken zwischen Seitenwänden und Vorderwand gab es hier keine unmittelbare Verbindung. Dieses Pizzakarton-Design ist auch unter dem Begriff „Chicagofaltung“ bekannt – hier wurden allein die Laschen an den Wandflächen nach innen unter den Kartondeckel gefaltet. Somit war Domino’s Pizza der erste Anbieter, der Pizzakartons im großen Ausmaß und Stil zum Einsatz brachte und es auch noch verstand, dadurch seinen Lieferbereich weit über den bis dahin möglichen Bereich auszudehnen. Ende der 1960er-Jahre wurde der mögliche Lieferbereich nochmals erweitert, als auch noch wärmedämmende Taschen für die heißen Pizzakartons eingeführt wurden.

Was muss der Pizzakarton können? Anforderungen an die ideale Pizzaverpackung

Der Großteil der Pizza-Transportverpackungen besteht aus Karton, da dieses Material nicht nur verschiedene funktionelle Eigenschaften aufweist, sondern auch noch relativ preisgünstig ist. Zur Anwendung kommen sowohl Vollpappe, aber auch einwellige Wellpappe. Bei der Wellpappe werden oftmals E-Wellpappen verwendet (Fein- oder Mikro-Wellpappe mit einer 3,0 – 3,5 mm Wellenteilung und einer Wellenhöhe von 1,0 bis 1,8 mm), aber auch die ein wenig dickere B- Wellpappe (Wellenhöhe: 2,2 – 3,0 mm) wird hierfür verarbeitet. Nicht allein der geometrische Aufbau der Wellpappe ist für die Festigkeit des Kartons ausschlaggebend, sondern insbesonder auch Flächengewicht und Art der verwendeten Papiersorte. Als Decklage kommt auf der Innenseite des Pizzakartons in der Regel Kraftliner zum Einsatz, wodurch die Verpackung nicht nur stabil und fest wird, sondern auch Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit erhält. Damit die Pizzaschachtel (und natürlich auch die Pizza) den Transport der frischgebackenen, heißen Pizza bestmöglich übersteht und ein Hitze- und Qualitätsverlust verhindert werden kann, muss der ideale Transportkarton mehrere Funktionen erfüllen.

Die beiden erforderlichen Aufgaben sind im Grunde schwierig miteinander kombinierbar, was den optimalen Pizzakarton letztendlich zu einer Herausforderung macht. Ein guter Pizzakarton soll die Feuchtigkeit regulieren und die Wärme dämmen: Das bedeutet, zum einen sollte die Verpackung möglichst effektiv isolieren – gegen die kalte Außenluft, Abstrahlung und Wind etc. –, damit die Ware den Transportweg gut übersteht und heiß genug beim Kunden ankommt. Um den Wärmeverlust zuverlässig zu verhindern bzw. vermindern, muss der Pizzakarton möglichst dicht geschlossen sein, damit die warme Luft im Inneren gehalten werden kann. Die anzustrebende, als angenehm empfundene und von Kunden bei Verkostungen als ideal angesehene Temperatur der Pizza liegt übrigens bei etwa 70-85°. Auf der anderen Seite soll der Karton aber auch eine Durchfeuchtung verhindern, damit der Pizzaboden knusprig und der Belag frisch, knackig und saftig beim Kunden ankommt. Um dies zu erreichen, muss der aus der Pizza ausweichende Wasserdampf erfolgreich nach außen abgeführt werden (z.B. über die angesprochenen Lüftungslöcher und eine leichte Diffusion durch den Karton), oder eben von der Verpackung aufgenommen werden.

Bei Pizzaverpackungen aus Wellpappe, welche über keine zusätzliche Dämmung verfügen, ist das Transportgut schon nach etwa 10 Minuten zu sehr abgekühlt. Am Ende steht und fällt es mit dem Pizzakarton… Als ob dies noch nicht genug wäre, ist ja die Pizza und v.a. der heiße Teig auf dem Karton ein Lebensmittel, aus dem zum Beispiel neben Feuchtigkeit auch Fett bzw. Öl austritt. Bei Kontakt mit unbehandelter Wellpappe kann dieses heiße Öl in die Wellpappe eindringen und Geschmacks-und sonstige unerwünschte und nicht für den Verzehr geeignete Stoffe aus dem Zellstoff herauslösen. Damit einerseits eine geschmackliche Veränderung und Verschlechterung der Pizza durch die Bestandteile des Pizzakartons verhindert werden kann und gleichzeitig ein Durchweichen des Materials unterbunden wird, lösen einige Pizzakartons dieses Problem mit einer dünnen Beschichtung aus Aluminiumfolie auf der Innenseite.

Eine andere Möglichkeit, dieses Dilemma in den Griff zu bekommen: Die Pizza wird auf ein verbundenes Trägermaterial aus Löschpapier und Wellpappe, auf Aluminiumfolie oder auf Wachspapier gelegt. Allerdings ändern sich dadurch auch wieder die thermodynamischen Eigenschaften der Verpackung erheblich. Dann kann der Pizzaboden nämlich keine Feuchtigkeit mehr nach unten hin abgeben, und die gewählte Unterlage wirkt dann nicht nur als Fettbremse, sondern verhindert auch den notwendigen Dampfaustritt. Eine Herausforderung also, sämtliche Bestandteile und Funktionsweisen so zu wählen, dass sich beide gewünschten Effekte, die Wärmedämmung und die Feuchtigkeitsregulierung des Kartons, möglichst gut und gesund die Waage halten.

Recycling oder Frischfaser – vom Innenleben der idealen Pizza-Verpackung

Ein wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang ist auch Pizzakarton aus Recyclingmaterial. Noch bis vor wenigen Jahren war die Verwendung von Recyclingstoffen auch bei Pizzakartons üblich, bis diese mehr und mehr in die Kritik gerieten. Grund dafür sind die Sekundärfasern in den Lebensmittelverpackungen, die zwar billiger sind, aber bei Experten auch mehr und mehr umstritten. Nicht zu hundert Prozent sei auszuschließen, dass gesundheitsgefährdende Stoffe aus dem Recyclingmaterial durch das heiße und fettige Essen austreten können. Die Frage: Ist die beliebte Feierabend-Pizza durch migrierende Fremdstoffe aus dem Recyclingmaterial und damit erhöhte (ggfs. gesundheitsgefährdende) Grenzwerte gefährdet?

Um kein Risiko einzugehen, haben die meisten Produzenten in den vergangenen Jahren daher auf Frischfasern umgestellt und verzichten weitgehend auf Recyclingmaterial, um kein unnötiges Risiko für die Verbraucher einzugehen. Das bedeutet, dass die Pizzakartons in allen drei Schichten sichtbar weiß und aus Primärfasermaterial hergestellt sind. Vorher war die umstrittene mittlere Wellschicht in recycelter Form sichtbar dunkler. Wenn Sie sich dazu entschließen, den Pizzakarton optimal zu nutzen, sollten Sie eigene Werbung oder Ihr eigenes Logo als Druck verwenden.

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Bildquelle: fotolia 113661550, Urheber Africa Studio

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