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Superfoods in der Pizza Branche

Superfoods in der Pizza Branche

Immer Neues lassen sich kreative Köpfe für die Lebensmittelindustrie einfallen. Man möchte sich manchmal fragen, wie wohl die Menschen bisher ohne sogenannte Superfoods überleben konnten. Man findet sie in jedem Supermarkt, gefühlt in jeder Produktkategorie. Das Menschen mit Allergien nicht alle Speisen vertragen können ist in der Tat nicht schön. Aber sollte die Industrie sich nicht eher fragen, weshalb immer mehr Menschen überhaupt unter allen möglichen Unverträglichkeiten leiden, statt immer exotischere Produkte auf den Markt zu werfen? Der Hype um die Superfoods nimmt inzwischen Dimensionen an, dass einem glatt suggeriert wird, das man ohne den Verzehr entsprechender Produkte nicht ausreichend auf seine Gesundheit achtet.

Warum sind Superfoods so beliebt?

Ein Grund dafür könnte sein, dass die meisten Superfoods schon vor tausenden von Jahren zur Heilung bestimmter Krankheiten verwendet wurden, dann jedoch mit der Entwicklung der Menschheit in Vergessenheit gerieten. Je nach Herstellungsverfahren und Dosierung können die neuartigen Produkte tatsächlich gesundheitsfördernd wirken. Hier ist allerdings Vorsicht geboten und Sie sollten sich in Ihrer Pizzeria an die Verwendung von Superfoods herantasten, wenn Sie Ihren Gästen entsprechende Gerichte präsentieren möchten. In unserem Artikel möchten wir insbesondere auf die allseits beliebten Chia-Samen eingehen. Diese finden nämlich bereits seit 2015 enormen Anklang und werden unter anderem für eine "gesunde" Alternative des herkömmlichen Pizzateiges verwendet.

Wie gesund sind Chia-Samen wirklich?

Hierzu gibt es nicht ausreichend Langzeitstudien, um eine qualifizierte Antwort auf diese Frage geben zu können. Bei dem Verzehr dieses Superfood sollte man bedenken, dass dem Samen eine blutverdünnende Wirkung nachgesagt wird. Auch heißt es, dass Chia möglicherweise den Blutdruck senkt. Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen oder einen generell eher niedrigen Blutdruck haben, sollten sich zur Vorsicht einen Rat bei ihrem Hausarzt einholen. Denn eines ist doch klar – auch bei Lebensmitteltrends und der Verwendung von Superfoods steht eines im Vordergrund – die Gesundheit! Wer sich für das Thema interessiert, sollte vorhandene Studien sehr genau unter die Lupe nehmen. Die Nährwertangaben werden gerne so dargestellt, dass Superfoods nichts anderes als beeindrucken können. Beachten sollte man allerdings, in welchem Zustand der vergleichbaren Lebensmittel, die Angaben gemacht werden. Sind es Rohprodukte oder bereits verarbeitete Rohstoffe? Wir wissen alle nur zu gut, wie uns gerne Nutzen vorgegaukelt wird, ohne das wirklich einer vorhanden ist…

Seit wann gibt es Chia-Samen in Europa?

Chia-Samen werden in Europa erst seit 2009 verarbeitet. Alles begann damit, dass sich bereits vor 2009 in den USA ein wahrer Chia-Boom entwickelte. Erst dann prüfte die Europäische Behörde, ob eine Einfuhr nach Europa genehmigt werden sollte. Anfänglich gab es die Erlaubnis, die Samen zu höchstens fünf Prozent in Backwaren verarbeiten zu dürfen. Dieser Zustand hielt bis 2013 an und wurde dann auf einen Anteil von zehn Prozent erhöht. Zudem wurde der Import von ganzen Chia-Samen erlaubt, allerdings liegt die empfohlene Tageshöchstdosis bei einer Aufnahme von höchstens 15 Gramm. In den USA hingegen gilt eine empfohlene Höchstgrenze von 48 Gramm am Tag. Da die Verwendung dieser Samen noch recht jung ist fehlen Langzeitstudien, aus denen hervorgeht welche Wirkung das Superfood langfristig tatsächlich hat. Bedenkt man, dass Chia bereits vor 5000 Jahren eine große Rolle in der Ernährung der Mayas und Azteken spielte, kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass der Verzehr generell nicht schädlich ist.

Wie verwenden Chia-Fans das Superfood?

Die Frage lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Die Samen werden in Teigwaren wie Brot, Pizzateig, Pfannkuchen und Crackern verwendet. Gleichwohl kommen sie als Topping für Müsli, Eis oder Joghurt zum Einsatz. Da Chia eher einen neutralen Geschmack und nicht unbedingt wenig Fett enthält, erschließt sich mir die Verwendung in Smoothies, Marmelade oder Pudding leider nicht. Fett? Sie haben richtig gelesen! Bei aller Liebe zum Produkt sollten seine Fans nicht vergessen, dass Chia-Samen etwa zu 30% aus Fett bestehen. Die enthaltenen Fette können dem Körper vergleichbar mit Fisch Nährwerte zuführen, es dient also insbesondere Vegetariern und Veganern als Lieferant der essenziellen, mehrfach ungesättigten Fettsäure alpha-Linolen. Gleichzeitig ist jedoch durch den Fettanteil auch der Kaloriengehalt nicht gerade gering. Der Verzehr der Samen sollte also wohlüberlegt sein. Alternative, heimische Lebensmittel sind Nüsse, Leinsamen und Rapsöl.

Warum nochmal lieben wir Pizza?

Ach ja…der leckere, sättigende Teig, der traumhaft triefende Käse und alles drauf, was schmeckt. Kann da die Chia-Samen Pizza mithalten? Ganz klar Nein! Ich habe allerhöchsten Respekt vor allen Menschen, die sich ausgiebig mit einer vermeintlich gesunden Ernährung beschäftigen. Mein aktuelles Nichtinteresse an Nährwerten, Kalorien oder Herstellungsverfahren muss ich dringend überdenken, denn immer öfter drehen sich Gesprächsinhalte um eine (hoffentlich) gesunde Ernährung. Ich muss gestehen, dass ich weder darauf achte, welche Mehlsorten verarbeitet wurden, welche Fette enthalten sind, wie viel Zucker verarbeitet wurde noch wie viele Kalorien ein Produkt hat.

Wenn ich eine Pizza verzehre will ich nämlich genau das, was sie ausmacht – knusprigen Teig, leckeren Käse und wechselnde Beläge von Parmaschinken über Sardellen bis hin zu Hot Dog Würstchen. Wenn man sich allerdings mit den Themen Superfoods, Lebensmittelunverträglichkeiten, vegetarischer und veganer Ernährung beschäftigt, fühlt man sich glatt schlecht und merkt, wie man teils schief angeguckt wird, weil genau diese Themen nicht ins eigene Wissensportfolio gehören. Man kommt einfach nicht umhin, sich damit und natürlich mit seinem eigenen Konsumverhalten zu beschäftigen. Der bekannteste Produzent von Pizzateig mit Chia-Samen dürfte Lizza sein. Das Unternehmen wirbt damit, dass der neue Pizzateig lecker ist, glutenfrei, low-carb, vegan und ohne Zusatzstoffe hergestellt wird.

Die Meinungen bezüglich des Geschmacks und ob Lizza tatsächlich eine echte Alternative zu herkömmlichem Pizzateig bildet, gehen dabei weit auseinander. Wer vegetarische oder vegane Kost liebt, dem wird das neue Produkt mit Chia-Samen sicherlich schmecken. Wer weder an Unverträglichkeiten leidet, noch an alternativen Lebensmitteln Interesse zeigt, dem wird der Pizzateig von Lizza definitiv nicht knusprig und geschmackvoll genug sein. Die Gründe, derer wegen man sich für eine Ernährung mit Superfoods und sonstigen Alternativen entscheidet, scheinen hier Einfluss zu nehmen.

UPDATE:

Bekannt aus der Höhle der Löwen und mit einem Deal den Pitch abgeschlossen - etwas großartigeres hätte den Gründern der Low Carb Pizza namens Lizza nicht passieren können. Mit Erfolg hatten die Gründer gerechnet, das er aber die Erwartungen um das fünffache übertrifft, damit hatte wohl eher niemand gerechnet. Nicht nur, dass die Anzahl der Bestellungen durch die Decke schoß, sondern auch, dass Lizza mittlerweile unter anderem bei REWE, Kaufland und Real zentral gelistet und in über 6.000 Supermärkten in Deutschland erhältlich ist, zeigt, wir groß der Bedarf an Low Carb Produkten wie Lizza scheinbar tatsächlich ist. Gut für die Gründer, dass sie mit einem tollen Produkt als erstes Unternehmen den Markt erobern.

Was bedeutet dieser neue und überraschend gut ankommende Trend für Ihre Pizzeria? Die Deutschen lieben Pizza, offensichtlich allerdings ebenfalls in der "gesünderen" Variante. Für Sie ein Grund mehr, Ihren Gästen Alternativen zu bieten. Wenn man bedenkt, dass die Lizza auch in vielen Kantinen und Betriebsrestaurants serviert wird und sehr gut ankommt, kann es nicht schaden, unter den eigenen Gästen zu erfragen, ob eine Low Carb Pizza ebenfalls im eigenen Restaurant angeboten werden sollte um so eine neue Kundengruppe erschließen zu können.

Ist es wichtig Teig aus Chia-Samen in der eigenen Pizzeria anzubieten?

Auch hier lässt sich keine pauschale Antwort geben. Wägen Sie ab, ob die Gäste Ihrer Pizzeria vegane oder vegetarische Kost bevorzugen. Pizzateig, der Chia-Samen enthält besteht zusätzlich aus Flohsamenschalen, Mandelmehl, Kokosmehl und Kichererbsen- oder Sesammehl. Alles in allem ist der Aufwand bei der Herstellung eines Chia-Samen-Teiges im Vergleich zum herkömmlichen Pizzateig also höher und auch kostenintensiver. Vielleicht servieren Sie den Gästen Ihrer Pizzeria im Rahmen Ihrer Tageskarte einfach mal eine Pizza aus Chia-Samen. Erfragen Sie anschließend, wie es Ihren Gästen geschmeckt hat und ob sie sich vorstellen können, diese Teigvariante öfter zu bestellen. Vergessen Sie nicht – man muss nicht jedem Trend folgen um erfolgreich zu sein!

 

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